Wie ein Matcha Latte – nur als Schokolade. Selber machen in 20 Minuten.
Mandelmehl als Backzutat: Ein fruchtig-frischer Blaubeer-Zitronen-Mandel-Mohn-Kuchen
📚 Inhaltsverzeichnis
⏱️ Lesezeit: ca. 7 Minuten
Einleitung
Hallo Du!
Wie Dir die Überschrift schon verraten hat, geht es heute zur Abwechslung einmal NICHT um die Schokoladen-Ideen von mir oder Pure Xocolate, sondern darum, was man mit den Zutaten zur Herstellung von Schokolade noch so alles machen kann. Da weitere Verwendung von Kakao oder den Toppings recht logisch ist (Müsli, Backen, pur, ...), hab ich mich mal auf die Suche begeben herauszufinden, wofür Mandelmehl noch genutzt werden kann und bin dank einer befreundeten Café-Besitzerin zu diesem interessanten Rezept gelangt, das jetzt für den Juni natürlich wunderbar passt - die Heidelbeeren sind reif zum Pflücken!
Bevor mich die Leidenschaft der Schokoladen-Kreationen-Zubereitung vor 1 3/4-Jahren verschlang, war ich begeisterte Kuchen-, Kekse- und Süßspeisen-Bäckerin/Zubereiterin, weshalb ich mich besonders darauf gefreut hatte, zur Abwechslung mal wieder zu backen. Völlig vergessen hatte ich allerdings, dass es auch hier immer wieder auf Exaktheit ankommt, weshalb ich in meiner Blauäugigkeit dann doch zwei Versuche gebraucht habe, um zu einem Ergebnis zu gelangen, das ich guten Gewissens mit Dir teilen kann. Ein drittes Mal könnte vermutlich auch nicht schaden (und wenn das der Fall ist, aktualisiere ich den Beitrag natürlich), aber mittlerweile bin ich doch ganz zufrieden und zuversichtlich, dass ich Dir genügend Hinweise geben kann, damit es Dir ebenfalls gelingt ;) Also sei neugierig auf dieses vielseitige vegane und glutenfreie Kuchen-Rezept!
Herzlichen Dank zuvor noch an Christina, die mich nicht nur fotografisch ganz immens mit einem Auge fürs Wesentliche und Ästhetik, sondern auch mit ihrer gelassenen Art und viel Humor unterstützt hat, eine höchst abwechslungsreiche Schokoladen-Aktion über die Bühne zu bringen! Nicht zu vergessen ihre ernährungsberaterischen Erkenntnisse :)
Zutaten - Was Du brauchst
- 200 g Mandelmehl
- 1,5 EL Mohn
- 1/4 TL Salz
- 1/2 TL Backpulver
- 1/4 TL Natron
- 65 ml neutrales Pflanzenöl (Raps o. Ghee)
- 65 ml Ahornsirup (evtl. Honig/Agavendicksaft)
- 1 Bio-Zitrone
- 1,5 EL Chiasamen + 4,5 EL Wasser
- 150 g Wild-Heidelbeeren (die Hälfte für die Garnierung aufbewahren)
Glasur/Frosting
- 125 g veganen Frischkäse
- 1 EL Ahornsirup (evtl. Honig/Agavendicksaft)
- 1/5 TL Vanilleextrakt
Zubereitung - Schritt für Schritt
1. Lass' als allererstes die Chiasamen im Wasser für 20min quellen. Beginne in der Zwischenzeit damit, Mandelmehl, Mohn, Salz, Backpulver und Natron in einer großen Schüssel wirklich gut zu vermengen, dann stell' die Mischung beiseite.
2. Gib Öl und Ahornsirup in einem Topf, erwärme sie bei sehr geringer Hitze, bis sich alles miteinander verbunden hat - nicht wundern: vielleicht entstehen kleine Blasen, das macht nichts - und füge die abgeriebene Schale der Zitrone hinzu. Nun kannst Du den Backofen schon auf 180 °C vorheizen.

3. Halbiere die Zitrone und presse 3/4 ihres Safts aus, den Du ebenfalls in den Topf gibst. Den Rest des Saftes bewahre für die Glasur auf.
4. Gib nun die flüssige Mischung in die Schüssel mit den trockenen Zutaten, ebenso das aufgequollene Chia und die Hälfte der Blaubeeren und hebe alles mit einem Holzlöffel vorsichtig unter den Teig, bis alles gerade so vermischt ist.

5. Die fertige Teigmasse kannst Du nun in die zuvor eingefettete 18cm-Springform geben, hilf notfalls mit einem Teigschaber nach.
6. Backe den Kuchen für etwa 40–50 Minuten (je nach Größe der Form und des Ofens) oder bis der Kuchen außen goldbraun und durchgebacken ist (Du kannst den Kuchen in den letzten 15 Minuten der Backzeit auch mit Alufolie abdecken, falls er anfangen sollte, zu verbrennen).

7. In der Zwischenzeit kannst Du mit der Zubereitung der Glasur beginnen. Dazu vermenge den veganen Frischkäse mit Ahornsirup, Vanilleextrakt und dem restlichen Zitronensaft. Stelle das Ganze im Kühlschrank kalt.

8. Nimm' den Kuchen nach abgelaufener Backzeit aus dem Ofen und lasse ihn eine Weile abkühlen, bevor Du den Rand der Form entfernst. Wenn der Kuchen vollständig abgekühlt ist, bestreiche ihn mit der Glasur, verteile die restlichen Heidelbeeren darauf (nicht sparsam sein!) und serviere ihn z.B. Deinen Gästen, wenn Du magst :)

Einige Tipps/Hinweise
- Ich bin fast immer dafür - und auch hier -, den Kuchen noch eine Nacht durchziehen zu lassen - so entfaltet die Glasur ihre Aromen mehr und schmeckt einfach besser
- Verteile die Wild-Heidelbeeren gut, weil sie sollen den Teig noch weicher machen bzw. durchtränken ;) Deshalb auch bitte nur Wildheidelbeeren benutzen - mit den kultivierten Blaubeeren, die ich hatte (und die eine Ecke saftloser sind, wie ich seit heute weiß), war der Kuchen noch eine Spur zu klebrig.. außerdem ist die antioxidative Wirkung von wilden Heidelbeeren sehr gesund!
- Benutze bitte KEIN Rührgerät, sondern hebe alles nur unter und auch bitte nicht allzu lange - den Fehler mit dem endlosen Rühren hab ich beim ersten Mal gemacht und dann das Ganze geknetet, um es irgendwie zu verbinden, was aber absolut nicht förderlich war 😅
- Die Menge, die ich Dir hier empfehle, ist die halbe Menge des Originalrezepts, da ich die Stücke beim ersten Mal sonst echt unfassbar hoch und mächtig fand in meiner 18-cm-Springform - ein größerer Durchmesser wäre also keine schlechte Idee, wenn Du die doppelte Menge machen möchtest.
- Da ich leider keine Wild-Heidelbeeren hatte, hab ich noch etwas mehr Zitronensaft, Agavendicksaft und Öl hinzugegeben (kohlensäurehaltiges Wasser ist auch gut!), um das Mandelmehl mit ausreichend Flüssigkeit aufwiegen zu können - das ist ein bisschen zum Ausprobieren oder Du schaffst es eben, die guten Heidelbeeren zu pflücken bzw. es gibt sie sonst auch tiefgefroren..
- Ansonsten hatte ich noch die Idee - da dies hier immer noch ein Schokoladen-Blog ist (!) -, den Kuchen mit etwas Kakao zu bestäuben bzw. Schoko-Stückchen in den Teig einzuarbeiten oder flüssige Schokolade so darüber zu schwenken, dass schöne Linien entstehen. Diesmal hab ich das nicht geschafft, aber vielleicht magst Du es ja ausprobieren und mir davon berichten? ;)
- Zuletzt ein Hinweis der ganz anderen Art: Ich hatte beim Backen und der Fotografie dessen immer wieder einige herrliche Entdecker-Momente, was mich total gefreut hat, weshalb ich Dir gerne mitgeben würde, doch immer mal wieder genauer hinzuschauen, z.B. hier bei den Chiasamen am Aufqellen - sehen sie nicht aus wie als würden gleich Drachen aus Eiern schlüpfen? :)

Fazit - eine überraschend gelungene Gesamtkomposition
Also ich muss gestehen, dass ich etwas verwirrt war, dass es nicht gleich beim ersten Mal super gut geschmeckt hat - bei meinen Schokoladenkreationen ist das im Grunde immer der Fall (bin wohl etwas verwöhnt..) und nur die perfekte Konsistenz ist dann manchmal ein schwer zu knackendes Rätsel, aber dass beim Backen die Konsistenz einen sooo großen Einfluss auf das Gesamtgeschmackserlebnis hat, war fast ein bisschen entmutigend.
ABER ich bin ja drangeblieben, hab nochmal neu probiert und ein um Längen angenehmeres Ergebnis erzielt, das ich guten Gewissens anderen Menschen anbieten kann ;)
Absolut begeistert bin ich von Versuch Eins an außerdem von der Glasur - the icing is amazing! -, wirklich wunderbar und auch die Blaubeeren im Teig und obendrauf sind perfekt und lockern den Teig schön auf. Mit dem Mohn ist das Ganze wirklich lustig zu essen, weil es knackt so bzw. poppt eben beim Kauen und die Zitrone ist eine geschmacklich gute runde Ergänzung. Das Geräusch beim ersten Schneiden ist übrigens auch ganz interessant! (Was einem so alles auffällt, nicht?)
Insgesamt bin ich nun also doch positiv überrascht, wie gut all diese verschiedenen Zutaten ein harmonisches Gesamtergebnis bilden - solange die Konsistenz stimmt *lach*
Sehr neugierig bin ich jetzt schon, ob ich Dich mit meinem etwas kontroversen Artikel dazu inspirieren konnte, dieses Rezept selbst auszuprobieren - wie sieht's aus? Schreib' mir wie immer gerne und lass' vielleicht einen locker-leichten Kommentar da ;)
